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Kompetenzen an- und ungelernter Kräfte

An- und ungelernte Arbeitskräfte haben wertvolle Kompetenzen! Häufig werden diese jedoch unterschätzt. Vor allem qualifizierten Mitarbeitern wird gerne die Kompetenz zugesprochen, hohen Anforderungen gerecht zu werden und strategisch-planende Aufgaben zu übernehmen. Je körperlicher die auszuführenden Aufgaben sind, umso niedriger in der qualifizierenden Rangordnung werden die Mitarbeiterkompetenzen eingeschätzt. Diese Bewertung verschenkt wertvolles Potenzial der an- und ungelernten Kräfte. Ihre Tätigkeiten beruhen zum Großteil auch auf Erfahrungswissen oder implizitem Wissen.

Themenübersicht:

Erfahrungsgeleitetes Handeln

Die industrielle Arbeitsteilung funktioniert nur deshalb, weil die Mitarbeiter Fähigkeiten besitzen, die nicht offiziell anerkannt sind, gleichwohl stillschweigend genutzt werden. Es trägt folglich nicht allein die hohe Standardisierung der Arbeitsprozesse zum Erfolg bei, sondern auch die zusätzliche Leistung, die an- und ungelernte Arbeitskräfte erbringen: Die rein fachlichen Anforderungen werden ergänzt durch personale Kompetenzen. Das heißt, ein An- und Ungelernter übernimmt neben der definierten Ausführung einer Aufgabe Verantwortung und engagiert sich, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Mittlerweile geht man in den Betrieben dazu über, bislang stillschweigend genutzte Kompetenzen als offizielle Anforderungen an die an- und ungelernten Mitarbeiter zu formulieren. Im Wesentlichen sind dies:

Beispielsweise ist in manchen Situationen ein Vorgehen nach festen Routinen nicht möglich. Für eine eine systematische Analyse fehlt meist die Zeit. Erfahrungsgeleitetes Handeln ist hier gefragt.

Bislang führen erfahrungsgeleitete Kompetenzen weder in der schulischen noch in der betrieblichen Ausbildung zu Abschlüssen und Zertifizierungen. Das führt dazu, dass im erfahrungsgeleiteten Handeln hochkompetente Arbeitskräfte als „Geringqualifizierte“ eingestuft werden. Man kann sich hier einen langjährigen gewerblichen Mitarbeiter vorstellen, der zwar keinen Berufsabschluss vorweisen kann, jedoch durch die Erfahrung hohe Kompetenzen im Umgang mit technischen Anlagen aufgebaut hat. Die erfahrungsgeleiteten Kompetenzen werden in der betrieblichen Praxis erworben: Die Mitarbeiter eignen sie sich über Jahre hinweg allmählich an.

Bei einer sorgfältigen Qualifizierungsbedarfsanalyse sind die Ergebnisse dieses informellen Lernens unbedingt zu berücksichtigen.

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Kompetenzen der geringqualifizierten Arbeit

An- und Ungelernter müssen häufig können:

Dafür benötigen sie umfangreiches Wissen und Können:

Obwohl damit mehr Fähigkeiten, Fachkenntnisse und Wissen verlangt werden als ein an- und ungelernter Arbeiter früher aufweisen musste, unterscheidet sich diese Qualifizierungsebene noch immer stark von der eines Facharbeiters, der über eine mehrjährige Berufsausbildung

verfügt. Denn das hier aufgeführte Wissen ist einfach strukturiert und auf den spezifischen Arbeitsprozess eines Betriebes bezogen. Der Facharbeiter hingegen wird auf eine lange Berufstätigkeit hin ausgebildet und soll mit seinem Instrumentarium an Fähigkeiten, Fertigkeiten und Fachwissen auch in anderen Unternehmen qualifiziert tätig werden können.

Wo sind weitere Informationen zu finden?

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