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Handlungsorientiert prüfen und Kompetenzen erfassen

Bei der Qualifizierung an- und ungelernter Mitarbeiter spielt die Art der Prüfung eine besondere Rolle, sind doch gerade bei dieser Zielgruppe schriftliche und mündliche Prüfungsformen, die primär auf die Reproduktion von Faktenwissen abstellen, weniger geeignet. Dies hat verschiedene Gründe:

Deshalb sollte eine Prüfung so gestaltet sein, dass der Weiterbildungsteilnehmer an geeigneten betrieblichen Aufgaben unter Beweis stellen kann, ob er komplexe Fragestellungen aus der beruflichen Praxis selbstständig und erfolgreich lösen kann – einschließlich Planen, Durchführen und Kontrollieren. Zudem soll er in der Lage sein, einen Zusammenhang zwischen beruflichen Handlungen und Fachtheorie herzustellen.

Themenübersicht:

Wie können handlungsorientierte Prüfungen gestaltet werden?

Die Prüfung als Kompetenzfeststellung will herausfinden, ob der Prüfling imstande ist, Arbeitsaufträge aus dem jeweiligen Handlungsfeld praxisgerecht zu lösen. In der Prüfung werden dazu komplexe Handlungssituationen nachgestaltet, die mit berufs- bzw. betriebsüblichen Mitteln und Unterlagen zu bewältigen sind. Dabei muss es sich um berufliche Aufgaben handeln, die in der Praxis häufig vorkommen.

Der Verantwortliche in einem Bremer Stahlwerk beschreibt die Vorgehensweise wie folgt:

"Der Ablauf ist so: Der Verfahrensmechaniker wird zu einer bestimmten Zeit eingeladen – das kann Früh- oder Spätschicht sein. Er kommt auf die Schicht, dann sind drei Mitglieder des Prüfungsausschusses anwesend. Die suchen aus den Arbeitsproben, die natürlich der Prüfungsausschuss einmal prinzipiell konzipiert und zusammengestellt hat, eine aus, die in der realen Situation im Betrieb gerade ansteht. Dann hat der Teilnehmer einen kurzen Zeitraum von 15 Minuten, um sich darauf vorzubereiten. Anschließend führt er die Arbeitsprobe durch und wird danach an dem Arbeitsplatz von einem Kollegen wieder abgelöst. Am Ende gibt es ein Fachgespräch. Es handelt sich um einen Gesamtzeitraum von 2 bis 2,5 Stunden, dann ist es vorbei."

Aussagekräftige Ergebnisse liefern solche Prüfungen nur dann, wenn sie von fachlichen und berufspädagogischen Experten geplant, durchgeführt, bewertet und dokumentiert werden:

Das Prüfungsgremium sollte daher Vertreter beider Seiten umfassen.

Wenn es um die Überprüfung von Leistungen im Rahmen einer Nachqualifizierung zum Berufsabschluss geht (ausführliche Informationen liefert der Abschnitt Modularisierung als Chance für die betriebliche Nachqualifizierung), können darüber hinaus auch Vertreter der Kammern oder der zuständigen Berufsverbände hinzugezogen werden.

Wo sind weitere Informationen zu finden?

Weiterführende Informationen zum Thema "handlungsorientiertes Prüfen" liefern vor allem im Kontext der betrieblichen Ausbildung entstandene Publikationen:

Weitere Informationen zu "Modulprüfungen und Bildungspass" finden Sie im Kapitel 6 des Leitfadens. Krings, Ursula; Oberth, Christa; Zeller, Beate: Flexible Wege zum Berufsabschluss. Modulare Nachqualifizierung im Betrieb. Ein Leitfaden für die Praxis. Bertelsmann, Bielefeld 2001 (Download als PDF, 40KB).

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