Wissensmanagement
Qualifizieren im Betrieb
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Konventionelle Lehrgänge handlungsorientiert bewerten

Dass eine arbeitsorientierte Qualifizierung in einer handlungsorientiert gestalteten Prüfung endet, erscheint logisch. Aber auch seminaristisch ausgerichtete betriebliche Qualifizierungen können durchaus in eine arbeitsorientierte Prüfung und Zertifizierung einmünden.

Ein entsprechendes Konzept wurde vom f-bb im Rahmen desModellversuchs "Transparenz beruflicher Qualifikationen für den Personaleinsatz in KMU" (TBQ) entwickelt und wird nachfolgend skizziert. Ausführliche Erläuterungen, Beispiele und Formularvorschläge finden Sie im Leitfaden für Bildungspraxis, Bd. 15.

Themenübersicht:

Aufbau des Verfahrens

Das Prinzip des TBQ-Verfahrens, betriebliche Qualifikationen transparent zu machen, zeigt die nachfolgende Grafik. Es besteht formal in einer Verlängerung des Qualifizierungsprozesses über das Seminar hinaus. Wo sonst mit der Ausstellung eines Zertifikats Schluss ist, beginnt jetzt eine zweite und entscheidende Phase: der Transfer in die betriebliche Praxis.

Grafik: Strukturgefüge 
Quelle: aus Fietz/Koch/Krings (2005)

Auf dieser Transferstrecke soll die Umsetzung von (im Seminar erworbenem) Wissen in kompetentes Handeln im Arbeitsprozess erfolgen. Erst dann wird das entsprechende Zertifikat vergeben. Die Mittel dazu sind Selbstevaluation und Fremdevaluation.

Das Verfahren setzt sich aus folgenden Schritten zusammen:

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Zertifizierung als strukturelles Element

Der Zertifikatsvorschlag wird dem betrieblichen Vorgesetzten und dem Mitarbeiter vorgelegt. Es werden nur die Punkte beibehalten bzw. aufgenommen, womit beide Seiten einverstanden sind. Was enthält das Zertifikat? Inwiefern erfüllt es die Forderung nach mehr Transparenz?

"In das Zertifikat werden nur vollständig erreichte Ziele aufgenommen: Ziele, die nicht oder nur unzureichend erreicht wurden, tauchen im Zertifikat nicht auf. Zusätzlich beherrschte Tätigkeiten und neu erworbene oder weiterentwickelte Kompetenzen (z.B. Selbstlerntechniken, Kommunikation im Team) können im Zertifikat ebenfalls berücksichtigt werden." (aus Leitfaden für die Bildungspraxis, Bd. 15, S. 38. Siehe dazu: Wo sind weitere Informationen zu finden?)

Durch die Maßgabe, nur vollständig erreichte Ziele zu enthalten, unterscheiden sich die Bewertungen im Zertifikat ganz grundsätzlich von Noten im Zeugnis. Dadurch werden in erster Linie die Interessen der Arbeitnehmer gewahrt. Aber auch die Auflistung konkreter Tätigkeiten, deren Beherrschung der Teilnehmer unter Beweis gestellt hat, unterscheidet ein solches Zertifikat von traditionellen Zeugnissen. Dem Arbeitgeber wird anhand der aufgelisteten Tätigkeiten eine Einschätzung ermöglicht, ob der Kandidat zu dem fraglichen Arbeitsplatz/Aufgabenfeld passt.

Die beiden oben genannten Inhalte des Zertifikats - vollständig erreichte Ziele und Benennen von Tätigkeiten - sind Minimalanforderungen, um mehr Transparenz zu erreichen. Um ein zusätzliches Plus an Aussagekraft zu leisten, können im Zertifikat die Kompetenzbereiche genannt werden, in denen sich der Mitarbeiter weiterentwickelt hat. (Einfacher tätigkeitsbezogener Zertifikatvorschlag, entnommen aus Koch/Krings (2004), S. 6. Siehe dazu: Wo sind weitere Informationen zu finden?)

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Wo sind weitere Informationen zu finden?

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