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Reflexion in der Gruppe

Neben der Reflexion, die alleine oder im Vier-Augen-Gespräch stattfindet, können Lernprozesse auch in der Gruppe reflektiert werden. Als Auslöser solcher Gruppenreflexionen eignen sich Ergebnispräsentationen. Sie bieten darüber hinaus weitere Lernmöglichkeiten wie z.B. Entwicklung der sozialen und persönlichen Kompetenz und der Fähigkeit, vor einer Gruppe zu sprechen. Und bereits die Vorbereitung einer Präsentation regt wiederum dazu an, das eigene Verhalten zu überdenken. Das Konzept des Projektes WAP enthält eine Feedbackrunde, die die genannten Vorteile bietet.

Themenübersicht:

Vorbereitung auf die Präsentation der Lernergebnisse

Teil jedes Arbeits- und Lernprojektes (WAP-Begriff für eine umfangreiche Arbeits- und Lernaufgabe) im Projekt WAP ist die Präsentation der Ergebnisse vor einem innerbetrieblichen Gremium. Das können Vorgesetzte, Kollegen aus demselben Arbeitsbereich, Lernberater oder andere Weiterbildungsteilnehmer sein. In der Präsentationsvorbereitung sieht sich der Lernende zur Selbstevaluation aufgefordert, denn ein Teil seiner Präsentation vor den betrieblichen Experten wird darin bestehen, seinen Lernerfolg und die Bearbeitung der Lernaufgabe zu bewerten. Die Präsentation beinhaltet auch die Aufgabe, anderen Personen einen Sachverhalt verständlich erläutern zu müssen. Die Vorbereitung der Präsentation zum Abschluss eines Arbeits- und Lernprojekts gibt dem Teilnehmer den Anlass, den Verlauf des zurückliegenden Lernprozesses noch einmal insgesamt zu betrachten und sich darüber ein Urteil zu bilden.

Die Selbstevaluation bei der Vorbereitung entsteht daraus, dass der Teilnehmer durch die gedankliche Vorwegnahme möglicher Reaktionen der Zuhörerschaft mit einem besonders kritischen Blick auf seinen Lernprozess schauen wird. In der Präsentationsvorbereitung realisiert sich Selbstevaluation also als Antizipation von Fremdbewertung.

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Präsentation

Das Vorstellen der Ergebnisse und die Begründung der Resultate aus dem eingeschlagenen Lernweg ist abermals eine Herausforderung für lernentwöhnte Teilnehmer. Die Präsentation bietet eine weitere Gelegenheit, die erworbene Kompetenz darzustellen: Wer die Stresssituation des Präsentierens besteht, der festigt die Gewissheit über seine fachliche und methodische Kompetenz und stärkt das Vertrauen in seine Belastbarkeit. Dies lässt erwarten, dass auch schwierige Situationen des Arbeitsalltags besser bewältigt werden. Damit die Wirkung der Kompetenz des Lernenden nicht durch die Ausnahmesituation der Präsentation negativ verfälscht wird, muss Überforderung vermieden werden: Beispielsweise sollte die Gruppengröße für die Präsentationsrunde begrenzt sein.

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Feedbackrunde

Den Ablauf der Feedbackrunde finden Sie in der WAP-Handreichung 03, S. 38f. Die Feedbackrunde findet zum Abschluss jeder größeren Lerneinheit vor einem Gremium von Experten (Kollegen aus dem Arbeitsbereich, Vorgesetzte, Lernberater, Teilnehmer der Qualifizierung und Personalverantwortliche) statt. Sie ist das Forum für die Begutachtung und Evaluierung des Lernergebnisses, des individuellen Lernprozesses und des zugrunde liegenden Konzepts – für die Teilnehmer und die betrieblichen Vorgesetzten. Die Teilnehmer stellen ihre Projekte/Lernaufgaben vor und bewerten aus ihrer Sicht die Lernberatung und das Lernarrangement. Umgekehrt wird aus der Perspektive des Auditoriums die Qualität der Arbeitsergebnisse und die Projektdokumentation beurteilt, das Lernumfeld kritisch betrachtet und die Rückmeldungen der Teilnehmer überprüft: Wo gibt es evtl. Veränderungsbedarf im Lernarrangement oder im Lernkonzept? Feedbackrunden sind für das Gelingen des arbeitsorientierten Ansatzes sehr wichtig, da daraus die Verbesserungen und Korrekturen der Umsetzungspraxis entstehen sollen.

Die Autoren des WAP-Lernkonzepts betonen besonders die Notwendigkeit einer offenen und produktiven Atmosphäre in den Feedbackrunden. Hier stehen auf der einen Seite die Teilnehmer, für die eine Präsentation schon allein in sprachlicher Hinsicht sehr herausfordernd sein kann. Auf der anderen Seite sitzen Vorgesetzte, Fachexperten und Kollegen, deren Interessen nicht unbedingt von Wohlwollen und Toleranz geprägt sind. Es ist Aufgabe der Lernberater, hier eine konstruktive Atmosphäre zu schaffen. Im WAP-Konzept ist eine erste Phase der Feedbackrunde ohne Teilnehmer vorgesehen. In diesem Rahmen können die Mitglieder des Expertengremiums durch eine Orientierung über angemessene Beurteilungsmaßstäbe auf die nachfolgenden Präsentationen vorbereitet werden, damit keine demotivierende Kritik geäußert wird. Die Präsentationen der Teilnehmer werden schließlich durch die Mitglieder des Gremiums bewertet und es werden Rückmeldungen zu den Lernstrukturen gegeben. Zur Vorbereitung der Teilnehmer kann eine Liste mit Leitfragen dienen, die im Rahmen des WAP-Lernkonzepts erstellt wurde. (WAP-Handreichung 03, S. 39f.)

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