Wissensmanagement
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Die Wissenstreppe

Grafik: Wissenstreppe
Quelle: North, 2002

Ein Zeichen ist das kleinste Datenelement, das aus einen Zeichenvorrat (Buchstaben, Ziffern, Sonderzeichen) herausgegriffen werden kann. Sie stehen für sich alleine und sind zusammenhangslos.

Zeichen werden zu Daten, wenn ihnen eine Syntax zugeordnet ist. Es handelt sich dann um strukturierte Daten, die in einem Zusammenhang stehen, aber noch keinen Verwendungshinweis haben.

Aus Daten werden schließlich Informationen, wenn sie in einen Kontext eingebunden und zweckorientiert verwendet werden. In Unternehmen bilden (relevante) Informationen die Grundlage von Entscheidungen und werden so zu einer wichtigen betrieblichen Ressource.

Wissen setzt sich aus vielen Daten und Informationen zusammen. Anders als Information ist Wissen handlungsorientiert: Es entsteht erst durch das Zusammenfügen verschiedener Informationen zu Handlungsmustern und führt damit zu praktischen, alltäglichen Anwendungen.

Die Wissenstreppe stellt anschaulich dar, dass Daten, Informationen, Wissen kein Selbstzweck sind, sondern durch Wissensmanagement auf das Unternehmensziel "Wettbewerbsfähigkeit" hin orientiert werden sollten.

Das strategische Wissensmanagement beschreitet die Wissenstreppe abwärts: Ausgehend vom Unternehmensziel "Wettbewerbsfähigkeit" wird jede Stufe auf ihre Tragfähigkeit hin analysiert, um eventuelle Lücken in der Treppe zu identifizieren. Im Verlauf dieser Analyse können einzelne Stufen auch übersprungen werden.

Beispiel: "Es fehlt an Kompetenz!"
In einem Unternehmen konnten mehrere zeitkritische Aufträge nicht termingerecht erfüllt werden, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens ist gefährdet: Es wurde nicht richtig gehandelt. Das strategische Wissensmanagement geht die Stufen abwärts: Das Wollen, die Motivation der Mitarbeiter ist intakt, auch das benötigte Wissen ist eigentlich in den Datenbanken des Unternehmens vorhanden. Die fehlende Stufe ist in diesem Fall der Anwendungsbezug, der vom Wissen zum Können überleitet. Als intervenierende Maßnahme wird eine Fallmappe entwickelt, in der das zur Bewältigung bestimmter Situationen erforderliche Wissen systematisch und "step by step" bspw. in Form von Checklisten zur Verfügung gestellt wird.

Das operative Wissensmanagement geht die Treppe Stufe für Stufe nach oben und ermittelt auf jeder Stufe die erforderlichen Bedingungen für den nächsten Schritt.

Beispiel: "Informationen kommen nicht bei den Mitarbeitern an!"
Das Unternehmen verfügt über ein umfangreiches Datenbanksystem, in dem Normen, Qualitätsanweisungen und Konstruktionspläne abgespeichert sind. Dennoch stellt sich heraus, dass auch bei Aufgaben, die schon mehrfach erfolgreich absolviert wurden und für die eigentlich alle Informationen aus der Datenbank abrufbar wären, das Rad immer wieder neu erfunden wird. Die fehlende Stufe ist hier die Vernetzung der Information: Die Mitarbeiter greifen nur ungern auf das Datenbanksystem zu, der Umgang damit erscheint als sperrig und umständlich, entsprechend mangelhaft ist auch die Aktualität der vorhandenen Informationen. Ein Lösungsansatz, um die fehlende Stufe "Wissen" zu implementieren, wären eine Vereinfachung der Softwareoberfläche und eine Schulung zu deren Handhabung.

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