Wissensmanagement
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Hemmende und förderliche Faktoren

Die nachfolgend beschriebenen hemmenden Faktoren und Erfolgsfaktoren bei der Einführung von Wissensmanagement basieren auf den Ergebnissen der Studie als Download (PDF-Datei, 1882kb) "Bedarfe und Erfolgskriterien der nachhaltigen Implementierung von Wissensmanagement im Mittelstand" (f-bb, 2010). Innerhalb einer kurzen Teilnehmerbefragung bei dem im Rahmen des Projekts durchgeführten Expertenworkshop wurden diese Ergebnisse auch von weiteren Betriebsvertretern bestätigt.

HEMMENDE FAKTOREN BEI DER EINFÜHRUNG IN KMU
Zeit Zum einen fehlen oft zeitliche Ressourcen, um Wissensmanagementprojekte zu initiieren, zum anderen fehlt den Mitarbeitern später häufig auch die Zeit, um vorhanden Systeme zu nutzen und zu pflegen. Folgende Schwierigkeiten können unterschieden werden:
Wirtschaftskrise: Vor allem in der gegenwärtigen Situation werden Wissensmanagementprojekte auf einen späteren Zeitpunkt verschoben: "Generell bestünde Interesse an dem Projekt teilzunehmen, aber die knappen zeitlichen Ressourcen lassen in diesem Jahr auf keinen Fall eine Teilnahme zu" (U9, Z. 133f).
Hochkonjunktur: Gerade im Bereich Neue Energien trifft genau das Gegenteil zu: "Die Hochkonjunktur der Branche sorgt dafür, dass für Personalentwicklung die Zeit fehlt: Wenn die Mitarbeiter dafür freigestellt werden, entstehen zu große Engpässe in der Versorgung der Kunden- und Lieferantenanfragen" (U6, Z. 82-84).
Wissensmanagement als Zeitfresser: Manche Unternehmen geben an, aus Angst vor bürokratischer Überfrachtung kein Wissensmanagementsystem implementiert zu haben: "Wissen wird bei U14 derzeit nicht im Sinne eines Wissensmanagements dokumentiert, da dies zu viel Kapazität binden würde" (U14, Z. 41f).
Kosten Auch die Kosten spielen in der aktuellen Wirtschaftskrise eine tragende Rolle: "Das Weiterbildung wäre sinnvoll, ist aber eben eine Kostenfrage. Wenn es Unternehmen schlechter geht, wird daran oft gespart" (U12, Z. 108f).
Alles oder Nichts
Büro-
kratisierung
Insbesondere sehr kleine Betriebe und Systemlösungsanbieter, die ihre Produkte sehr kundenspezifisch und bedarfsorientiert entwickeln, haben ent-weder die Befürchtung, dass der Dokumentationsaufwand zu hoch ist oder sind der Meinung, dass es für ihre individuellen Prozesse keine Standards geben kann.
Unklarer Nutzen Für viele scheint der Aufwand oft größer als der Nutzen für das Unternehmen. Messbare Erfolge von Wissensmanagement können oftmals nur langfristig aufgezeigt werden. Einige Unternehmen haben hier Informations- und Unterstützungsbedarf angemeldet.

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ERFOLGSFAKTOREN BEI DER EINFÜHRUNG IN KMU
Verbindung von Top-down- und Bottom-up-Einführung Projekte zur Einführung von Wissensmanagement erweisen sich als sperrig oder undurchführbar, wenn sie nicht von der Unternehmensführung und den Mitarbeitern unterstützt werden. Denn letztlich lebt ein Wissensmanagementsystem immer von den Menschen, die es benutzen, befüllen und weiter entwickeln, der Faktor Mensch ist bei der Einführung von Wissensmanagement also von entscheidender Bedeutung.

Unterstützung durch die Unternehmensführung: Die Einführung von Wissensmanagement ist vor allem dann erfolgreich, wenn das Thema seitens der Unternehmensführung unterstützt wird. Außerdem muss die Bereitschaft bestehen, gewohnte Abläufe veränderungsoffen zu überprüfen und den Mitarbeitern Arbeitszeit für die Nutzung und Pflege des Wissensmanagementsystems zur Verfügung zu stellen.
Frühe Mitarbeitereinbindung: Eine reine Top-down-Direktive "Wir machen jetzt Wissensmanagement!" führt jedoch häufig nicht zum Erfolg. Deshalb ist es notwendig, auch die Mitarbeiter frühzeitig in den Implementierungsprozess einzubinden und mittels breiter Kommunikations- und Diskussionsprozesse Vorbehalte abzubauen, Interesse an der Mitgestaltung zu wecken und sie zur späteren Nutzung zu motivieren. Dies ist für das Gelingen von Wissensmanagement elementar, weil eine entsprechende Wissensbasis nur dann geschaffen werden kann, wenn die Mitarbeiter ihr Wissen vorbehaltlos einbringen.
Schrittweise Einführung Wissensmanagement-Aktivitäten binden zunächst persönliche und finan-zielle Ressourcen. Da diese gerade in KMU häufig nur begrenzt zur Verfügung stehen, ist es meist praktikabler, Wissensmanagement im Rahmen von Projekten zu begrenzten Themen oder in einzelnen Abteilungen einzuführen. Diesen Weg geht zum Beispiel bereits das Messtechnikunternehmen U8, das seine Wissensmanagementaktivitäten zunächst auf den Entwicklungsbereich beschränkt.
IT-Kompetenz Bei der Vielfalt der am Markt verfügbaren Wissensmanagement-Tools ist es nicht einfach, das für die eigene Unternehmenssituation passende Instrument auszuwählen. Ist die für die Auswahl notwendige IT-Kompetenz im eigenen Haus nicht vorhanden, lohnt es sich hier Zeit und Geld in die gründliche Recherche zu investieren, anstatt eine Fehlinvestition in das falsche Produkt zu tätigen.
Kooperation mit externen Wissensträgern Beziehungen zu externen Wissensträgern im Entwicklungsbereich wirken sich positiv auf die Systematisierung betrieblicher Wissensprozesse aus: Unternehmen, die in Forschungs- oder Unternehmensnetzwerke eingebunden sind, sich an Projekten von Universitäten oder anderen Forschungsinstituten beteiligen, oder Fachverbänden angehören, sind in höherem Maß angehalten, interne Wissensprozesse bewusster zu gestalten, zu bündeln, zu dokumentieren und zu systematisieren.

 

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