Wissensmanagement
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Strategien des Wissensmanagements

Wissensmanagement hat viele Facetten und sollte je nach den im Unternehmen gegebenen Voraussetzungen unterschiedlich implementiert werden. Folgende Tabelle gibt einen kurzen Überblick zu strategischen Ansätzen, wie Wissensmanagement in ein Unternehmen integriert werden kann.

Wissensmanagement als Beschreibung Bewertung Eignung
… Unternehmens-
strategie
Die gesamte Unternehmensstrategie zielt auf die kontinuierliche Verbesserung im Umgang mit Wissen ab. Im Vordergrund steht das Ziel der lernenden Organisation. Sehr umfassende Strategie, bei der Wissen als zentrales Element der Wettbewerbsfähigkeit betrachtet wird. Sehr aufwändig und langfristig angelegte Zielsetzung. Insbesondere für Organisationen geeignet, in denen Wissen das eigentliche Produkt ist, bspw. Forschungs- und Beratungsunternehmen
… Management des intellektuellen Kapitals Hier wird versucht, Wissen als immateriellen Vermögenswert des Unternehmens zu identifizieren, zu messen und quantifizierbar zu machen (z. B. mittels Balanced Scorecard oder Wissensbilanz) Sehr umfassende, betriebswirtschaftlich ausgerichtete Strategie. Wissen wird als wertschöpfende Ressource betrachtet, die in alle Prozesse mit einzubeziehen ist. Vor allem für größere Unternehmen geeignet, die bereits Wissensmanagement praktizieren. Kann Akzeptanz auf Führungsebene schaffen, da Wissen monetär bewertbar wird.
… kundenorientiertes Wissensmanagement Ziel ist es, Erwartungen und Anforderungen der Kunden zu erfassen und zu analysieren, um umfangreiches Kundenwissen aufzubauen. Wettbewerbsfähigkeit wird durch Ausschöpfung des Kundenpotentials gefördert. Es besteht eine enge Verbindung zum Total Quality Management. Ebenfalls sehr umfassende Strategie mit klarem Fokus auf die Kundenperspektive. Geeignet für Unternehmen, die langfristige Kundenbeziehungen pflegen und als Systemanbieter mit Komplettlösungen auftreten.
… Wissenskommunikation & Best-Practice-Sharing Der Fokus liegt darauf Best Practice zu identifizieren, zu strukturieren, zugänglich zu machen sowie Fehlertransparenz zu schaffen. Bewährte Produkt oder Prozesslösungen stehen im Vordergrund. Anspruchsvolle Strategie vor allem im Hinblick auf die Unternehmenskultur. Das Teilen von Wissen und der konstruktive Umgang mit Fehlern müssen etabliert sein. Insbesondere für Unternehmen geeignet, die viele standardisierte Aufgaben zu bewältigen haben und in denen Erfahrungswissen einen hohen Stellenwert hat.
… gezielte Wissensgenerierung und Innovation Schwerpunkt sind hier Prozesse der Schaffung neuer Ideen und neuen Wissens. Im Vordergrund stehen innovationsfördernde Rahmenbedingungen in der Forschung und Entwicklung. Diese Strategie zielt auf Schnelligkeit und Kreativität ab. Von besonderer Bedeutung ist die Ausschöpfung von Mitarbeiter- und Teampotenzialen. Besonders für Unternehmen geeignet, deren Produkte kurze Lebenszyklen haben und deren Wissen schnell veraltet.
… personalisiertes Wissensmanagement mit individuellen Verantwortlichkeiten Hier liegt der Fokus auf den Mitarbeitern, die dabei unterstützt werden, ihr Wissen zu strukturieren, zu teilen, weiterzuentwickeln und zu nutzen. Eigenverantwortung und Kreativität der Mitarbeiter sind die grundlegenden Elemente. Der Mensch ist die treibende Kraft, um Wissensprozesse umzusetzen. Die Mitarbeiter müssen selbst die Initiative ergreifen, Eigenständigkeit muss gewollt und zugelassen werden. Besonders für Unternehmen mit wenig standardisierten Aufga-ben, überschaubaren Organisationsstrukturen und flachen Hierarchien geeignet, v. a. mittelständische Betriebe.
Wissensmanagement als Beschreibung Bewertung Eignung

Quelle: in Anlehnung an Reinmann-Rothmeier et al., 2001