Wissensmanagement
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Wissensentwicklung – Individuelle und kollektive Weiterentwicklung von Wissen

Baustein Wissensentwicklung
Wissensentwicklung ist als komplementärer Baustein zum Wissenserwerb zu sehen, bei dem die Erarbeitung neuer Ideen und Fähigkeiten sowie die Entwicklung neuer bzw. leistungsfähigerer Prozesse und Produkte im Mittelpunkt steht. Insbesondere im Hinblick auf Innovationen ist dieser Baustein von besonderer Bedeutung. Während beim Wissenserwerb in erster Linie Wissen von außen in das Unternehmen eingebracht wird, geht es bei der Wissensentwicklung darum, vorhandenes Wissen weiterzuentwickeln und intern neues Wissen zu generieren. Ziel kann es auch sein, bisher nur extern verfügbares Wissen in den Wissensbestand des Unternehmens zu überführen. Die Wissensentwicklung kann auf individueller Ebene, d. h. durch die Förderung von Kreativität und Problemlösungskompetenz, aber auch auf kollektiver Ebene, z. B. in Form von Teamarbeit, stattfinden. Voraussetzungen für die Entwicklung neuen Wissens sind neben der Aufgeschlossenheit der Unternehmensleitung für neue Ideen auch eine Unternehmenskultur mit entsprechender Eigenverantwortung und Freiräumen für die Mitarbeiter, einer offenen und vertrauensvollen Kommunikation sowie einer Kultur des Lernens aus Fehlern.

Handlungsempfehlung zur Umsetzung
Neues Wissen entsteht zumeist im Dialog, weshalb eine grundsätzliche Voraussetzung für die Wissensentwicklung der Wissensaustausch ist. Die Aufgabe besteht darin, Gelegenheiten zu schaffen, in denen sich Mitarbeiter formell oder informell vernetzen können. Die zentrale Fragestellung für das Projektteam lautet hier: Wie bauen wir neues Wissens auf? Das kann bereits durch das Einrichten einer Kaffee-Ecke beginnen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass diese Art des Austausches von der Geschäftsführung unterstützt wird. Nachfolgend werden kurz einige weitere, aufgrund des geringen Zeit- und Kostenaufwands auch für KMU geeignete formelle Methoden vorgestellt.

Instrument 1: Systematische Einarbeitung und Mentoring
Wurde Zeit und Geld in die Beschaffung neuen Wissens in Form einer Neueinstellung investiert, ist es wichtig, diese neue Wissensquelle zu pflegen und sie mit dem bestehenden Wissenskanon zu verknüpfen. Ein in dieser Hinsicht geeignetes Instrument sind formale Einarbeitungspläne. Damit können neue Mitarbeiter in das Unternehmen und dessen Prozesse eingeführt werden. Außerdem ist es mit Hilfe dieses Instruments möglich, die grundsätzlichen Wissensressourcen der Mitarbeiter für die tägliche Arbeit zu sichern und weiterzuentwickeln. Gekoppelt mit Feedbackgesprächen zum Ende der Probe- bzw. Einarbeitungszeit kann so eine Weiterentwicklung sichergestellt werden.
Mentorensysteme als weiteres Instrument zur Wissensentwicklung dienen der Zusammenführung von neu erworbenem Wissen mit dem vorhandenen Erfahrungswissen älterer Mitarbeiter. In dieser Konstellation ergeben sich vielfach gute Möglichkeiten zur Vernetzung und Räume für innovative Ideen.
Möglich ist auch, diese beiden Instrumente zu verbinden, indem neue Mitarbeiten einen persönlichen Mentor erhalten und zusätzlich zunächst verschiedene Abteilungen des Unternehmens durchlaufen, um so relevante Prozesse und Ansprechpartner in der Praxis kennenzulernen. Damit kann von Anfang an abteilungs- oder projektgruppenübergreifend neues Wissen entstehen und es wird die Basis für eine offene Kommunikationskultur geschaffen.

 

Instrument 2: Lessons learned
Lessons learned bezeichnet das systematische Sammeln und Bewerten von Erfahrungen, Fehlern, Risiken etc. eines abgeschlossenen Projektes sowie die Aufzeichnung/Archivierung der so gewonnenen Erkenntnisse. Wenn diese dann nachfolgenden Projekten in einfacher Form zugänglich sind, kann auf diesem Weg ein kollektiver Lernprozess initiiert werden. Dementsprechend sollte in internen Prozessen der Projektabwicklung Zeit für die Formulierung von lessons learned eingeplant sein. Wichtig ist, dass diese nicht das Ergebnis eines Projektmitglieds sind, sondern in einem gemeinsamen Reflexionsprozess entstehen. Für die Sammlung und Formulierung bzw. Dokumentation der lessons learned stehen in der Praxis unterschiedlichste PC-gestützte Tools zur Verfügung – von einfachen Wordvorlagen über Wikis bis hin zu Projektdatenbanken.

Wo sind weitere Informationen zu finden?

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